Notsignale senden und empfangen
Igatha: Experimentelle App für Offline-Hilfe in Krisensituationen
Igatha ist ein interessantes Open-Source-Projekt für das iPhone. Die App bietet einen experimentellen Ansatz für die Notfallkommunikation. In Krisensituationen, in denen herkömmliche Kommunikationsnetze ausfallen, könnte die Igatha-App eine Möglichkeit bieten, Hilferufe abzusetzen.
Entwickelt für Einsätze in Kriegsgebieten, nach Naturkatastrophen oder in abgelegenen Regionen, nutzt die App Bluetooth Low Energy (BLE), um Notrufe zu senden und zu empfangen – völlig ohne Internetverbindung oder Mobilfunknetz.
Notsignale senden und empfangen
Igatha basiert auf der Idee, über BLE Notsignale auszusenden, wenn traditionelle Kommunikationsmittel nicht verfügbar sind. Nutzer können ein SOS-Signal manuell aktivieren, das dann lokal von anderen Geräten empfangen werden kann. Darüber hinaus kann die App durch die Nutzung von Sensordaten wie Beschleunigung und Lageänderungen automatisch erkennen, ob eine potenzielle Notsituation vorliegt, und ein Notsignal versenden.
Zu den weiteren Funktionen gehört die Möglichkeit, SOS-Signale anderer Personen in der Umgebung zu erkennen und die ungefähre Entfernung zu ermitteln. Dies könnte insbesondere in Szenarien hilfreich sein, in denen mehrere Menschen in einer Krisenlage Unterstützung suchen. Ein mögliches Beispiel, das auch der Entwickler anführt: Die jüngsten Erdbeben in Myanmar.
Datensparsam aber noch nicht einsatzbereit
Igatha sei laut den Entwicklern datenschutzfreundlich gestaltet, da die App keine persönlichen Daten erhebe oder speichere. Alle Funktionen laufen lokal auf dem Gerät ab, wodurch die Privatsphäre der Nutzer geschützt werde. Zudem ist die Anwendung quelloffen und der Quellcode auf GitHub verfügbar. Dies ermöglicht es interessierten Nutzern, den Code zu prüfen, anzupassen oder zur Weiterentwicklung beizutragen.
Trotz der potenziellen Einsatzmöglichkeiten weist die App noch Einschränkungen auf. Da es sich um eine frühe Version handelt, sollte man sich noch nicht darauf verlassen, dass alle Funktionen zuverlässig arbeiten. Zudem sei die Reichweite von BLE auf etwa 10 bis 30 Meter begrenzt, was durch Hindernisse wie Trümmer weiter eingeschränkt werden könne.
Aktuell ist Version 1.0 der Igatha-App ausschließlich im amerikanischen App Store verfügbar. Es ist davon auszugehen, dass eine breitere Verteilung stattfindet, sobald die App auf einem zuverlässigeren Fundament steht.
Zum Nachlesen
iPhone-App Near Message: Offline-Textchat auch ohne Internet
Für die Notfallkommunikation ohne Internet bietet auch die App Bridgefy. Es ist nur doof, daß andere immer die selbe App nutzen müssen, um Kontakt zu bekommen. So muß man solche Programme schon vorher geladen haben, bevor das Internet ausfällt und dann müssen andere erstmal wissen, daß es sowas überhaupt gibt.
Interessanter Ansatz! Wenn das grundsätzlich funktioniert, müsste überlegt werden, ob eine solche App nicht auf allen Smartphones etc. verbindlich installiert wird. Könnte wirklich in Krisensituationen, beim Ausfall von Infrastruktur eine entscheidende Hilfe sein.
Ich sehe gerade den Ausfall von Kommunikationswegen ohnehin als sehr ernste Bedrohung in Krisen/Kriegs-situationen!
Open Source Everything!
Das ist so ein Beispiel von Standards helfen.
What is the good thing about standard?
There are so many to choose from!
Sowas geht nur mit EINEM Standard und weiter Verbreitung.
Ich schätze, dass in echten Krisensituationen den meisten Smartphones ziemlich schnell die Energie ausgehen wird, sodass solche Lösungen eh nur hypothetisch zu betrachten sind.
Ansonsten wäre ein (!) Standard für alle Systeme zu bevorzugen, und das wird schwierig werden.
Dennoch schön, dass Leute in diese Richtung forschen.
Solarcharger…
Genau, den habe ich natürlich beim Erdbeben in meiner Hosentasche und im eingeklemmten Zustand kann die Sonne in das Trümmerfeld ohne Probleme rein scheinen.
https://apps.apple.com/us/app/igatha/id6737691452
Die App gibt es schon länger im AppStore.
*dass